Von Schubladen und platzenden Filterblasen

Es war bereits unser drittes SHIFT-Event. Und wir hatten uns viel vorgenommen. Vor allem aufgrund des für uns so besonderen Zeitpunktes kurz nach unserem Change-Prozess und dem Namenswechsel von pro event zu ottomisu im Januar.

Hauptsächlich wollten wir unserem neuen Claim Leben einhauchen - „connecting people, brands & markets“. Denn ganz nach Mahatma Gandhi möchten wir selbst die Veränderung sein, die wir uns für die Welt wünschen. Für uns liegt diese im Ermöglichen und liebevollen Pflegen von Beziehungen. Klar im wirtschaftlichen aber auch im persönlichen Kontext. Unseren Wunsch als Team von ottomisu für diesen Tag formulierte Helge Thomas so treffend und warmherzig gleich zu Beginn: „Je virtueller die Welt wird, desto größer wird der Wunsch der Menschen nach einer Wertegemeinschaft. Von Public Relations hin zu Human Relations“. In anderen Worten: Wir sind zutiefst überzeugt, dass es wieder mehr wahrhaftige Begegnungen, Dialoge und Interaktionen zwischen Menschen, Marken und Märkten braucht.

Genau so haben wir SHIFT2019 konzipiert. Wir haben den Raum und den Rahmen geschaffen, um unsere Überzeugung, unsere Werte, unsere Einstellung zu teilen, sie erlebbar zu machen und neue Beziehungen zu knüpfen. Weg von der Oberfläche und ab in die Tiefe der menschlichen Begegnung.

Passend dazu wählten wir den Veranstaltungsort, das Betriebswerk in Heidelberg. In den ehemaligen Werkstätten der Bahn ist Veränderung omnipräsent, das Früher und das Jetzt nebeneinander. Sichtbar in Beziehung gesetzt. Wo früher die Züge hineingefahren und repariert wurden, stehen jetzt wuchtige Glaskuben. Es wurden bewusst Muster durchbrochen und Neues geschaffen.

So war dann am 2. April 2019 alles bereit, um mit unseren Kund*innen, Netzwerkpartner*innen, Freund*innen, unseren Relationship Partner*innen und dem gesamten Team in Beziehung und im Austausch zu sein. Angeregt und unterstützt wurden wir durch die Vorträge der Impulsredner*innen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Und doch vieles gemeinsam haben: den Wunsch etwas zu verändern, über sich hinauszuwachsen und ihre eigene Realität zu gestalten.


Der Social-Entrepreneur und Aktivist Shai Hoffmann hat uns mitgenommen hinter die Kulissen seiner Reisen im Bus der Begegnungen, die Journalistin Theresa Bäuerlein erzählte im Gespräch vom Werden und Sein der Krautreporter, einem unabhängigen Online-Magazin, und der Mathematiker und Autor Gunter Dueck gewährte uns auf dem Schwingen von Kierkegaards Gänsen einen Blick in aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen.

Einblicke in ihre Ideen und Lösungen gab es auch bei unseren Relationship Partnern Vandengaart, 42ponies*, cortona und unity concepts. In kleinen „Werkstätten“ in den oben genannten Glaskuben haben sie in Interaktionen und im Dialog mit unseren Gästen ihren individuellen Faden in Bezug auf das Thema Beziehungen gesponnen.

Äußerst beziehungsreich verflochten war auch die sogenannte Raumkulinarik, ein etwas anderes Catering-Erlebnis, erdacht und konzipiert von Jörg Sellerbeck. Von einem „Connectivity Mobile“ über Snacks, die man sich „raus aus der Schublade“ nehmen konnte bis zu einer Abendbrot-Tafel als „Werkbank inspirierender Realitäten“, hat er die räumlichen Gegebenheiten, unsere tragenden Gedanken und tolles Essen zu einem visuellen und gustatorischen Gesamterlebnis verbunden. Kulinarisch virtuos umgesetzt hat seine Ideen das ebenso zauberhafte wie professionelle Team von FR-Catering.


Jeder Gast erhielt zudem beim Check-In unsere Connectivity Cards, die es leicht machen sollten, mit- und untereinander in Kontakt zu treten. Darauf standen Aufforderungen wie „Einfach mal lächeln, quer durch den Raum winken und abwarten, was passiert.“ oder „Magst Du Oliven?", „Hast Du einen grünen Daumen?“, „Ich habe schon im Kino geweint.“, „Bier lieber als Wein?“ und „Was braucht es denn, damit Beziehungen im wirtschaftlichen Kontext gelingen? Vertrauen, Mut, einen Bus, Herz, Zeit und Verstand oder alles zusammen?“ Was wir damit im Ergebnis erreichen wollten? Nahbarkeit und neue Beziehungen.


Dieser Plan ging auf. Die Nähe hat sich in vielen lebhaften und intensiven Gesprächen ergeben. Bis dato fremde Menschen mit teilweise vollkommenen unterschiedlichen privaten und beruflichen Hintergründen sind aufeinander zu gegangen. Durch die offene und entspannte Atmosphäre sowie die Denkanstöße und Impulse des Tages fanden sie ungewöhnlich schnell auf eine persönliche und freundschaftliche Ebene. Die Gespräche blieben dabei mitnichten an der Oberfläche. Im Gegenteil. Besonders emotionale Erlebnisse, Ängste und Krankheiten, private Momente großer Freude - all dies haben wir  geteilt. Raus aus den Schubladen. Bereit für echte Begegnungen.

Unser Haus- und Hoffilmer David Ali Ungan ist den ganzen Tag mit der Kamera dabei gewesen und hat Atmosphäre und Stimmung eingefangen. Für unsere Gäste und uns als schöne Erinnerung. Für alle, die nicht dabei sein konnten, als Lustmacher auf SHIFT2020.

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