Die Zukunft des Journalismus

Ein Podcast ist ja, wenn man so will, auch eine Art journalistisches Medium. Bei vielen Herausgeber*innen allerdings ohne jegliche journalistische Ausbildung. Insofern war meine Nervosität größer als in den bisherigen Interviews. Denn ich hatte mir mit Sebastian Esser einen echten Journalisten eingeladen.

Zudem nicht irgendeinen, sondern einen echten Visionär seiner Zunft, der mit seinem 2014 gegründeten Magazin Krautreporter den Journalismus mit einem völlig neuen Geschäftsmodell revolutioniert hat. Im Crowdfunding entstanden, wird Krautreporter heute getragen und auf Augenhöhe mitgestaltet von 15.000 Mitgliedern. Es geht aber weder dieser Community noch den Journalist*innen darum, durch laute Schlagzeilen schnelles Geld zu verdienen. Im Gegenteil. Sie alle sind getrieben von dem Wunsch nach unabhängigem, werbefreien Journalismus, der mit gut recherchierten und verständlich geschriebenen Artikeln zu relevanten Themen hilft, Zusammenhänge zu verstehen.

 

In unserem Gespräch geht es im Kern um vier Schwerpunktthemen. Ich verrate euch hier die jeweilige Startzeit. Denn auch wenn ich euch natürlich das gesamte Gespräch sehr ans Herz legen möchte, weil ihr dann die Zusammenhänge einfach besser versteht, könnte es ja sein, dass ihr in Eile seid. Wie auch immer. Wenn ihr wollt, habt ihr mit den Zeitangaben die Möglichkeit, gezielt zu den einzelnen Themen zu springen.

TIPP: wenn ihr rechts über der Zeitleiste das kleine doppelte Quadrat (das erste Symbol von links neben unserem gelben Bild) anklickt, dann gelangt ihr ebenfalls per Klick zu den jeweiligen Kapitelmarkern.

Start //

Zum Beginn der Sendung gibt es wie immer unsere Schnellfragerunde zum Thema "Beziehungen", die ich euch in diesem Fall sehr empfehlen möchte. Denn auch wenn er sich selbst als eher "wortkarg" bezeichnet, erfahrt ihr hier sehr viel über den Menschen Sebastian Esser. Das ist wiederum im Zusammenhang wichtig. Denn ihr versteht dann vielleicht besser, warum er die Dinge so tut, wie er sie tut und was ihn dabei antreibt.

Teil 1 // ab 00:18:40

Hier erfahrt ihr alles über Krautreporter. Aus journalistischer aber auch unternehmerischer Hinsicht. Hintergründe zu Idee, Gründung, Geschäftsmodell und aktueller Entwicklung eines Online-Magazins, dass nur von seinen Mitgliedern finanziert wird und dadurch unabhängig und werbefrei ist.

Teil 2 // ab 00:49:10

Hier reden wir über Sebastians neuestes Unternehmen Steady. Eine Plattform, auf der Publizist*innen sich nach dem Vorbild von Krautreporter von ihrer Community unterstützen lassen können. Allerdings nicht einmalig sondern dauerhaft. Oder wie Sebastian so schön sagt "Steady ist Crowdfunding ohne Drama."

Teil 3 // ab 01:10:24

Bereits zum Start von Krautreporter 2014 wurde entschieden, die GmbH in eine Genossenschaft umzuwandeln. Das ist dann 2016 auch passiert. Sebastian erzählt also aus Erfahrung, welche Vor- oder Nachteile diese, auf den ersten Blick vielleicht etwas konservativ anmutende, Unternehmensform bietet.

Teil 4 // ab 01:26:00

Im letzten Teil sprechen wir über Sebastians Artikel zu Peter Altmaiers Plänen einer Subventionierung der alten Verlagshäuser und Medienunternehmen in Sachen "Aufbau und Entwicklung digitaler Angebote". Sebastian sieht in diesem Vorgehen eine "Gefahr für Journalismus und Demokratie" und erklärt hier noch einmal warum.

"Medien werden entweder von einer
Community getragen oder es gibt sie nicht."

Sebastian Esser

 

An einer Stelle des Interviews bezeichne ich Sebastian als eine Art „Steve Jobs des Journalismus“, was er natürlich weit von sich weist. Gar nicht nur aus Bescheidenheit, sondern weil das Geschäftsmodell ein völlig anderes ist. Journalismus sei, so sagt er, eben nicht skalierbar. Alle Online-Magazine der letzten Jahre, die sich nach dieser "Logik" des Silikon-Valley mit viel Risiko-Kapital aufgestellt und der kapitalistischen Maxime des permanenten finanziellen Wachstums unterworfen haben, sind krachend gescheitert. Ein bisschen „Jobs“ ist er für mich dennoch, denn er hat den vierten Stand mit seiner disruptiven und inzwischen mehr als erfolgreichen Idee des Community-Journalismus ähnlich revolutioniert wie es Steve Jobs damals mit der Einführung des iPod gelungen ist, die Musikindustrie vollkommen auf den Kopf zu stellen.

Shownotes

Hier geht es direkt zu Krautreporter.

Hier findet Ihr die Plattform Steady.

Hier geht es zur Krautreporter Genossenschaft.

Und hier ist Sebastians Artikel zur geplanten Subventionspolitik.

 

Und hier noch Links zu den Menschen, Geschichten oder Unternehmen,
die wir im Gespräch erwähnt haben:

Das "Crowd-Butching" aus dem Schwarzwald: Kauf ne Kuh.

Der einzigartige Fynn Kliemann, der mit seinem Label Two Finger Records unter anderem zwei Platten und einen Film crowdgefundet hat.

Der von der Crowd finanzierte Film "Weit" eines Freiburger Paares, das ohne Flugzeug einmal um die Welt gereist ist.

Die Aktivistin für eine echte Verkehrswende Katja Diehl aka "She drives Mobility" könnt Ihr auf Steady unterstützen.

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Dann findet ihr hier den liebevoll dezenten Hinweis, wo ihr alle bisherigen Episoden hören und den Podcast abonnieren könnt:

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