Wenn Erfahrung in den Ruhestand geht. Danke Christine!
von Beke Alberring
Im Büro sind die Taschentücher schon bereitgelegt, wenn eine ganz Große ottomisu in Richtung Ruhestand verlässt.
Fragt man ihr Team und ihre ehemaligen Kolleg*innen, dann hat sie viele Namen:
Von gute Fee, über Chefkoorindatorin, Powerfrau oder Deko-Queen
Die Rede ist natürlich von Christine Tisken! Nach fast 30 Jahren endet ihr berufliches Kapitel bei uns – ganz bewusst sprechen wir hier aber nur vom Beruflichen. Denn wer so lange Teil eines Unternehmens war, hinterlässt Spuren und bleibt vielen Kolleginnen und Kollegen auch über den Abschied hinaus in guter Erinnerung.
Für Jörn Huber ist Christines Abschied Anlass, auf viele gemeinsame Jahre zurückzublicken und der „Frau der ersten Stunde“ ein paar persönliche Worte zu widmen.
Ein prägendes Kapitel der Unternehmensgeschichte geht in den Ruhestand
Mit Christine verabschiedet sich unsere dienstälteste Mitarbeiterin von ottomisu in den Ruhestand. Ihre berufliche Laufbahn ist eng mit der Entwicklung unseres Unternehmens verbunden und reicht zurück bis in die Anfänge der 1990er Jahre.
Bereits 1993 unterstützte sie das Unternehmen als Freelancerin und war damit Teil jener Aufbauphase, in der die Grundlagen für das geschaffen wurden, was ottomisu heute ausmacht. Seit ihrem festen Eintritt im Jahr 1997 hat sie die Entwicklung von pro event Veranstaltungsmanagement über pro event live-communication bis zur heutigen ottomisu communication GmbH aktiv mitgestaltet.
Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg begleitete Christine zahlreiche Projekte, Kunden und Veränderungsprozesse. Mit ihrem hohen Qualitätsanspruch, ihrer Verlässlichkeit und ihrem Engagement trug sie wesentlich dazu bei, dass aus Veranstaltungen nachhaltige Erlebnisse wurden. Viele Projekte entwickelte sie zu echten Herzensangelegenheiten und baute über die Jahre vertrauensvolle und oft langjährige Beziehungen zu unseren Kunden auf.
Als erfahrene Projektverantwortliche war sie nicht nur Teil des Wachstums von ottomisu, sondern auch Mitgestalterin der Überzeugung, dass Events Menschen bewegen, Verbindungen schaffen und Veränderung bewirken können.
Wir danken Christine für mehr als 30 Jahre Engagement, Loyalität und wertvolle Aufbauarbeit. Dass sie ottomisu auch künftig noch gelegentlich unterstützt, freut uns ganz besonders. Denn manche Menschen gehören einfach zur Geschichte eines Unternehmens und bleiben ein Teil davon, auch wenn ein neues Kapitel beginnt.
Man erzählt sich, dass ihr erster Job der Sektausschank auf dem Heidelberger Herbst war. Was folgt, waren fast 30 Jahre mit unterschiedlichsten Teams, Aufgaben, Events und Herausforderungen, die sie alle auf ihre ganz eigene Art und Weise zu lösen wusste. Ob Dekoration, Security-Planung, Produktions-Leitung, Sicherheits-Themen oder Technik-Einweisung – für Christine alles kein Problem.
Diese Souveränität ist eine der Eigenschaften, mit der sie sich bei ottomisu einen bleibenden Namen gemacht hat. Über all die Jahre war sie nicht nur souverän, sondern für die Menschen um sie herum noch so viel mehr.
Was ihren Kolleg*innen in den Kopf kommt, wenn sie an Christine denken, seht ihr hier:
„Du bist einfach eine Powerfrau! Komplett hands on! Wenn du etwas machst, dann machst du es richtig! Du bist für mich auch ein enormes Vorbild! Ich kann mich glücklich schätzen, wenn ich irgendwann die gleiche Erfahrung und Souveränität an den Tag lege wie du.“
„Deine Lockerheit in noch so stressigen Situationen, deine ganz eigenen Art Dinge anzugehen und deine Kunst, Dinge immer so hinzubiegen, dass am Ende alles passt. Alles ein bisschen wie Superkräfte.“
„Für mich warst du immer viel mehr als nur diejenige, die auf jede Frage eine Antwort wusste und für jedes Problem eine Lösung hatte. Du hattest deine ganz eigene Art, Dinge zu sehen und anzusprechen – manchmal mit einem kritischen Blick, oft mit einem treffenden Kommentar und einem wertvollen Gedanken dahinter. Genau diese Offenheit habe ich sehr geschätzt. Deine Ideen, Einwände und Argumente haben viele Diskussionen bereichert und wichtige Perspektiven eingebracht.“
Diese Eigenschaften werden sie sicher auch in ihr neues Kapitel begleiten, wenn es jetzt darum geht, To Do Listen für private Projekte zu schreiben und Pläne für das zu machen, wofür jetzt endlich Zeit ist.
Aber nicht nur bei ihren aktuellen und ehemaligen Kolleg*innen hat sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch für Kunden, Partner und Dienstleister wird es sicher komisch sein, sie nicht mehr regelmäßig in den Eventlocations und Produktionsbüros dieser Welt anzutreffen. Wir hoffen, dass sie alle ihre Kontakte feinsäuberlich in unserem ERP-System eingetragen hat – denn was tun, wenn man mal wieder eine spezielle Dienstleister-Suche starten muss und nicht einfach eine Büro-Tür weiter gehen kann, um Christine zu fragen, ob sie wen weiß, der Deko, Tensatoren, Kunst oder ähnliches abdeckt. „Bei Dienstleister-Fragen Christine fragen“ war lange das Motto, denn sie hatte wirklich für jeden Fall den passenden Kontakt.
Aber jetzt lassen wir sie doch auch einfach mal zu Wort kommen!
Wie bist du damals zu proevent gekommen und was hat dich hier so lange gehalten und dabei motiviert?
Ich bin eher durch Zufall als durch Plan dazu gekommen – aber ich bin geblieben, weil kein Tag wie der andere und die Arbeit sehr abwechslungsreich ist.
Gehalten haben mich auch die vielen Projekte, die „wachsen“ und sich verändern und immer wieder neu herausfordern.
Aber auch die Kolleg*innen, mit denen die Zusammenarbeit immer wertvoll und wertschätzend war
Motiviert hat mich vor allem die Neugier – was kommt als Nächstes? Wie können wir es besser machen? Was kann ich lernen?
Und die Dankbarkeit für die Momente, in denen Gäste oder Kund*innen sagen: “Das war toll!”
Was sollte sich bei ottomisu niemals ändern?
Die Leidenschaft für Events. Das darf nie verloren gehen.
Der menschliche Faktor: Egal wie digital die Welt wird – Events leben von Menschen und ihren Emotionen.
Die Bereitschaft, Neues zu wagen. Die Branche verändert sich – wer stehen bleibt, verliert.
Was lernt man in der Eventbranche nicht in der Theorie, sondern nur vor Ort?
In der Theorie ist ein Plan B wichtig. Die Praxis zeigt: Plan C, D und E sind oft nötig. Und manchmal reicht selbst das nicht.
Der Umgang mit Menschen unter Druck: Wie reagierst du selbst, wenn ein*e Kund*in kurz vor dem Event noch Sonderwünsche hat? Wie beruhigst und motivierst du ein Team, das seit 16 Stunden im Stressmodus ist?
Dass Perfektion eine Illusion ist. Selbst das beste Event hat Macken. Das sollte man gelassen sehen und sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: das ungestörte Erleben der Gäste.
Welche Eigenschaft hilft einem im Eventgeschäft am meisten?
Organisationstalent und Strukturdenken. Events sind wie Puzzles – jedes Teil muss sitzen, sonst fällt alles auseinander.
Resilienz. Die Branche ist emotional und physisch fordernd. Wer Rückschläge wegsteckt, aus Fehlern lernt und mit Druck umgehen kann, wird besser.
Was sollte man nie vergessen, wenn in einem Projekt doch mal alles anders kommt?
Atme erstmal durch. Panik ist kein guter Ratgeber. Oft ist es weniger dramatisch, als es sich anfühlt.
Vertraue auf deine Fähigkeiten und lass nicht verunsichern. Aber such dir Unterstützung und Hilfe, wenn nötig.
Lach darüber – später. Die wildesten Pannen werden irgendwann die besten Anekdoten.
„Alles wird gut!“ – ein Satz, der immer durch stressige Phasen trägt.
Welche Tipps hast du an die junge Generation im Eventbusiness?
Lerne die Basics – aber bleib neugierig. Verstehe, wie Events funktionieren. Vergiss nicht, über den Tellerrand zu schauen. Die besten Ideen kommen oft aus anderen Bereichen (Museen, Ausstellungen, Feste, ….).
Kommuniziere mit den Menschen. Ob mit Kund*innen, Teams oder Dienstleistern: Klare Absprachen und Transparenz sparen Zeit, Nerven und Geld. Greif öfter mal zum Telefon und sprich mit den Menschen, statt nur E-Mails zu schreiben. Das bringt oft genug schneller Klarheit und verhindert Missverständnisse. Und: Zuhören ist genauso wichtig wie Reden.
Gesundheit geht vor. Die Eventbranche ist fordernd – lange Tage, Stress, körperliche Belastung. Achte auf Pausen, Schlaf und Ausgleich.
Events sind stellenweise chaotisch und unberechenbar. Suche Lösungen, denn jammern hilft niemandem.
Baue gute Beziehungen auf. Ob Lieferanten, Künstler*innen, Kolleg*innen oder Kund*innen – ein starkes Netzwerk öffnet Türen und hilft in Krisen.
Gibt es einen Rat, den du selbst gerne früher bekommen hättest?
“Du musst nicht alles allein können. Delegieren ist keine Schwäche – es ist Stärke.”
Wenn du die Branche und die Arbeitswelt damals und heute vergleichst, was ist besser geworden? Was vielleicht auch nicht? Was macht dir Hoffnung?
Heute müssen Events heute schneller, günstiger und spektakulärer sein.
Der Fokus auf Profit geht manchmal zu Lasten der Kreativität und Menschlichkeit.
Durch Social Media wird alles flüchtiger. Das macht es schwer, echte Erinnerungen zu schaffen. Es geht oft nur noch um den “Wow”-Moment – nicht um nachhaltige Erlebnisse.
Auch Leistungsdruck und der Erwartungsdruck, immer präsent zu sein und mehr Leistung für weniger Budget umzusetzen sehe ich kritisch.
Allerdings gibt es viele hilfreiche Technologien und Tools für Planung und Durchführung.
Das Bewusstsein für ökologische und soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit steigt.
Und die junge Generation macht mir Hoffnung: sie ist idealistisch, nachhaltig denkend und digital.
Welche Erkenntnisse haben dich im Laufe deiner beruflichen Entwicklung am meisten überrascht?
Wie viel man aus Fehlern lernen kann.
Die vielen Menschen, die man in fast 30 Jahren immer wieder trifft.
Wie wichtig Empathie ist. Ein guter Eventmanager muss nicht nur organisieren, sondern auch verstehen, was Menschen – egal ob Kunde, Dienstleister oder Kolleg*innen wirklich wollen und brauchen.
Dass Geld nicht alles ist. Die besten Projekte waren die, bei denen die Chemie im Team stimmte – nicht die, die am meisten eingebracht haben.
Unser Claim heißt "connecting people, brands and markets" und in deiner beruflichen Laufbahn hast du unzählige Menschen, Teams und Kunden getroffen. Was weißt du heute über Zusammenarbeit und Menschen, das du zu Beginn deiner Karriere noch nicht wusstest?
Ohne Vertrauen im Team geht nichts.
Konflikte gehören dazu. Wie man damit umgeht, ist entscheidend.
Schlechte Nachrichten früh kommunizieren – das spart später Drama.
Die besten Ideen kommen von unerwarteten Orten. Schau dich um und höre zu.
Was wirst du an ottomisu und der Eventbranche vermissen? Und was ganz sicher nicht?
Vermissen werde ich:
Die Herausforderung, das Beste aus den Anforderungen, dem Budget, den Gegebenheiten herauszuholen
Das Gefühl, etwas mit den Händen geschaffen zu haben.
Die Geschichten, die man erlebt.
Das Kribbeln, bevor die ersten Gäste kommen
Nicht vermissen werde ich:
Die schlafarmen Nächte vor einem Event, wenn das Gefühl hochkommt: was habe ich nicht bedacht, was fehlt (selbst wenn alles gut geplant ist)
Das Gefühl, nach einem Event erstmal eine Woche schlafen zu müssen.
Gibt es etwas, das du dem Team mitgeben möchtest?
Vertraut euch. Ein gutes Team ist wie eine Familie – aber eine, in der man sich auch mal anbrüllt und trotzdem zusammenhält.
Seid stolz auf eure Arbeit. Events sind von kurzer Dauer, aber die Erinnerungen bleiben.
Bleibt hungrig. Auch nach 20 Jahren im Business gibt es immer noch etwas Neues zu lernen.
Worauf freust du dich jetzt am meisten?
Zeit für mich – es ist aber auch etwas beängstigend, so viel freie Zeit zu haben. Die will sinnvoll gefüllt sein.
Neue Projekte ohne Druck. Vielleicht ein Event hier und da – aber nur, wenn es Spaß macht.
Mehr Zeit für die Menschen, die einem wichtig sind und wieder werden können.
Fast 30 Jahre Eventbranche lassen sich nicht in einem einzigen Beitrag in einem Magazin zusammenfassen. Aber darin liegt vielleicht auch die wichtigste Erkenntnis: Wissen besteht nicht nur aus Prozessen, Checklisten und Dateien. Es steckt vor allem in Erfahrungen, Begegnungen und den Menschen, die sie gemacht haben.
Liebe Christine, danke für unzählige Projekte, offene Türen, ehrliche Worte, pragmatische Lösungen und dafür, dass du Generationen von Kolleg*innen gezeigt hast, wie man Herausforderungen mit Ruhe, Verlässlichkeit und einem Augenzwinkern meistert.
Wir wünschen dir für dein neues Kapitel alles Gute und freuen uns gleichzeitig darüber, dass wir dich auch künftig noch gelegentlich bei ottomisu antreffen werden. Denn manche Menschen verabschieden sich zwar aus dem Berufsalltag, bleiben aber trotzdem Teil der Geschichte.
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