Wir sind hier, wir sind laut!

Auf der ganzen Welt streiken seit über einem Jahr Kinder und Jugendliche unter dem Motto #FridaysForFuture für echten Klimaschutz und eine Zukunft ohne Klimakrise. Jetzt sollten die Proteste eine neue Dimension erreichen.

Viele Erwachsene haben noch nicht verstanden, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. (...) Deshalb rufen wir alle Menschen zu einem weltweiten Klimastreik auf."
Greta Thunberg und die Aktivist*innen von #FridaysForFuture

 

Am 20. September 2019 sollten nach dem Wunsch der Organisator*innen von #FridaysForFuture also weltweit Menschen jeglichen Alters gemeinsam mit den Schüler*innen auf die Straße gehen, um den Regierenden zu zeigen, dass auch sie nicht tatenlos zusehen, wenn unser aller Zukunft auf dem Spiel steht.

„Gemeinsam mit den Schüler*innen von FridaysForFuture wollten wir die Staats- und Regierungschefs, die sich in wenigen Tagen beim UN-Klimagipfel treffen, noch stärker unter Druck setzen, die Dringlichkeit des Themas endlich zu erkennen und entsprechend zu handeln.“ ergänzt Kreativdirektor Helge Thomas.

Für Kamila Bauer, seit viele Jahren im BackOffice bei ottomisu, ist die Aktion nicht selbstverständlich: „Ich empfand es als sehr wertschätzende Geste, uns Mitarbeitende für die FridaysForFuture-Demo nicht nur freizustellen, sondern uns das Engagement sogar als Arbeitszeit anzurechnen. Es war schön für mich zu erkennen, dass mein Arbeitgeber und meine Kolleg*innen genauso besorgt sind wie ich.“

Das ottomisu-Team war mehr als gerne dabei – schließlich sind Nachhaltigkeit, Engagement und Verantwortung Werte, die bei ihnen tief verwurzelt sind. Fabienne Legron aus der Live-Operations-Unit hat die Planung und Koordination übernommen. Am Tag vor der Demo organisierte sie eine Schilder-Aktion.

Gemeinsam wurden die besten Sprüche gesucht und fleißig gemalt, gebastelt und geschrieben. „Das hat ziemlich viel Spaß gemacht und es war klasse, wie alle aus dem Team engagiert mitgemacht haben“, berichtet Fabienne. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen, oder?!

„Besonders toll fand ich, dass wir dadurch auch Zeit und Raum hatten, uns über die ganzen Themen auszutauschen.“ erzählt Projektmanagerin Franzi Rudolph. „Es war mal wieder spannend zu hören, was die Kolleg*innen schon alles aktiv für den Klimaschutz machen und wo sie die größten Probleme sehen.“

 

Am Tag der Demo ging es dann, gemeinsam mit Jürgen May und seinem Team von 2bdifferent mit der Straßenbahn zum Startpunkt der Demo an der Stadtbücherei Heidelberg. Dort waren bereits tausende junge und sehr viele nicht mehr ganz so junge Menschen versammelt. Und während wir alle auf den Start des Demonstrationszuges warteten, hat Jana Tepper, bei ottomisu im Projektmanagement, eine Szene beobachtet, die sie wirklich beeindruckt hat: „Da haben zwei Jungs, vielleicht neun oder zehn Jahre alt, sich über Politik und Parteien ausgetauscht. Der eine hat dem anderen den Unterschied zwischen rechts und links so erklärt: ‚Die linken, das sind die, die gegen Nazis sind.‘ Ich finde es toll, dass sich durch die FridaysForFuture-Bewegung schon Kinder mit politischen und gesellschaftlichen Themen beschäftigen.“

 

Die Demoroute führte über die Friedrich-Ebert-Anlage, die Plöck und die Hauptstraße bis zum Uniplatz, wo eine erste Kundgebung stattfand. Und zum großen Abschluss weiter auf den Heidelberger Marktplatz. Dort gab es noch einmal einen absoluten Gänsehautmoment: Die 10.000 Demonstrant*innen legten eine Schweigeminute ein … um sie dann plötzlich und sehr laut mit „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ zu beenden. Hier findet Ihr ein tolles Video von diesem Moment von Götz Münstermann von der Rhein-Neckar-Zeitung.


Die Demonstration am 20.9.2019 war die bisher größte überhaupt in Heidelberg. In ganz Deutschland waren mehr als 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen. Ein großer Erfolg, der zeigt, wie viele Menschen sich engagieren und wie viele verstanden haben, dass die Klimakrise nicht nur von Menschen gemacht, sondern eine reale Bedrohung ist.

„Das war ein starkes Signal. Aber wir sind auch überzeugt, dass es weiter gehen muss. So viele Menschen, egal welchen Alters, wollen und können nicht mehr warten, dass sich etwas von alleine ändert. Das von der Bundesregierung letzten Freitag verabschiedete Klimapaket, von dem wir während der Demo erfuhren, ist viel zu zögerlich und hat seinen Namen noch lange nicht verdient.“ erzählt Daniel Steegmaier, bei ottomisu unter anderem Experte für das Thema Nachhaltigkeit. Und Inhaber Jörn Huber ergänzt „Deshalb werden wir uns weiter engagieren, denn die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe für unsere Zukunft.“

Wer jetzt selbst aktiv und laut werden möchte, findet auf der Seite von FridaysForFuture alle Infos und Termine. Und für alle Unternehmer*innen gibt es zusätzlich die Bewegung EntrepreneursForFuture.

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